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  • Welche Versicherung passt zu mir? Lieber privat oder gesetzlich? Auf was muss ich achten?

Grundsätzlich besteht in Deutschland für Studenten Krankenversicherungspflicht. Deshalb ist eine Einschreibung an einer deutschen Hochschule erst dann möglich, wenn man seine Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung bescheinigen kann.

Studenten können sich privat oder gesetzlich und über eine Familien- oder Studentenversicherung versichern lassen. Damit sind sie im Falle einer Krankheit abgesichert und müssen für die entstandenen Behandlungskosten nicht selbst aufkommen.

 

Familienversicherung

Wenn man sich in einem Hochschulstudium befindet, kann die Familienversicherung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres in Anspruch genommen werden. Im SGB 5 versteht man unter Familienversicherung die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Für die Studenten bedeutet das, dass sie über ihre Eltern, die bereits Beiträge an die Krankenkasse entrichten, versichert sind. Es werden keine zusätzlichen Beiträge nötig, weshalb diese Art von Versicherung auch die kostengünstigste Möglichkeit für Studenten darstellt.

Sie kommt allerdings nicht in Frage, wenn der Student zu viel verdient. Das monatliche Einkommen sollte 360 Euro nicht überschreiten, wenn man neben dem Studium jobbt. Bei einer geringfügigen Anstellung, z. B. Neben- oder Aushilfsjob oder auch Minijob genannt, stellen 400 Euro die Grenze dar, bis zu welcher die Familienversicherung noch in Anspruch genommen werden kann. Außerdem sollten Studenten beachten, dass eine Beschäftigung von zwanzig Stunden in der Woche genauso versicherungspflichtig ist wie bei einem Arbeitnehmer.

An dieser Stelle kann eine studentische Krankenversicherung abgeschlossen werden. Dafür fallen im Monat ca. 65 Euro an. Diese Art der Versicherung kann man bis die Versicherungspflicht endet, also bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder bis das 30. Lebensjahr vollendet ist, in Anspruch nehmen.

 

Gesetzliche Krankenversicherung

Eine gesetzliche Krankenversicherung benötigt der Student, wenn er nicht mehr in der Familienversicherung versichert sein kann, d. h. wenn er das 25. Lebensjahr überschritten hat. Eine Kranken- und Pflegeversicherung muss auf jeden Fall abgeschlossen werden. Die gesetzliche studentische Krankenversicherung für über 25-jährige kostet aktuell 78 Euro im Monat. Bei allen anderen, also z. B. Alters- und Rentenversicherung, kann der Student frei entscheiden, ob er sich versichern lässt. Bei allen gesetzlichen Krankenkassen müssen die gleichen Beiträge entrichtet werden. Unterschieden werden sie lediglich hinsichtlich ihres Leistungsumfangs.

 

Private Krankenversicherung

Sobald die Familienversicherung nicht mehr in Frage kommt, können sich Studenten frei entscheiden, ob die Leistungen der gesetzlichen oder der privaten Krankenversicherung in Anspruch genommen werden. Im Gegensatz zu den Arbeitnehmern besteht hier keine Abhängigkeit vom Einkommen bzw. der Einkommenshöhe und dies ist der entscheidende Vorteil. Dazu müssen sich Studenten jedoch erst von der gesetzlichen Krankenversicherung, in welcher sie zunächst wegen der Versicherungspflicht sind, befreien lassen. Dies ist innerhalb von drei Monaten nach Studiumsbeginn, damit also auch nach Versicherungsabschluss der gesetzlichen Krankenversicherung, möglich.

Die private Krankenversicherung hat den Vorteil, dass ihr Leistungsumfang im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung wesentlich höher ausfallen kann. Jedoch ist dies auch mit höheren Beiträgen verbunden. Der Beitrag für die Basisversorgung liegt bei männlichen Studenten bei 70 bis 75 Euro und der für Studentinnen bei 90 Euro. Damit ist die private Krankenversicherung vor allem für männliche Studenten attraktiv, da sich gerade dort die Konditionen als besonders gut erwiesen haben.

Grundsätzlich entfallen bei privaten Versicherungen die Praxisgebühren, unter Umständen können Arzneimittelkosten komplett entfallen oder Zuschüsse zu Brillen oder Kontaktlinsen werden gewährt.

Als großer Nachteil erweist sich die Tatsache, dass nach Abschluss des Studiums der Rücktritt in die gesetzliche Krankenversicherung schwierig, sogar fast unmöglich ist. Voraussetzungen dafür sind entweder Arbeitlosigkeit oder ein dauerhaftes Absinken des Einkommens unter die Versicherungspflichtgrenze. Außerdem sind die Beiträge meist günstig, solange man jung ist und steigen mit steigendem Alter immer weiter an.